EuroCommerce und CSR
Soziale Verantwortung der Unternehmen
Die Europäische Kommission definiert die soziale Verantwortung der Unternehmen als ein Konzept, "das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren". Aus der Sicht von EuroCommerce ist es eben genau dieser freiwillige Ansatz, der eine gewisse Kreativität zulässt, denn nur so können die Unternehmen von den Beispielen anderer Unternehmen profitieren und derartige Praktiken selbst aufgreifen bzw. sie ihrem eigenen Sektor oder Umständen anpassen.
Das Engagement von EuroCommerce
Als Schnittstelle zwischen den Herstellern und Verbrauchern hat der Handelssektor ein ausgeprägtes Interesse am CSR, und er ist in einer besonders geeigneten Position, um die Wünsche der Verbraucher an die Hersteller weiterzugeben. Gleichzeitig tragen Handelsunternehmen zu Verbesserungen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Verhältnisse in den Städten, ländlichen Gebieten und Regionen bei. Als internationale Händler mit Waren und Dienstleistungen sind sie in einer einzigartigen Lage, sich mit den Interessenvertretern in Europa und weltweit zu engagieren. Viele Unternehmen arbeiten in enger Partnerschaft mit lokalen Behörden, Unternehmensnetzwerken, Gewerkschaften und nichtstaatlichen Organisationen zusammen, um gerechte Bedingungen und die Einhaltung von Umweltstandards in der Lieferkette zu gewährleisten.
Von Anfang an hat EuroCommerce aktiv zur Debatte auf europäischer Ebene zum Thema CSR beigetragen. 2001 gründete der Verband einen Expertenausschuss, dessen Mitglieder drei bis viermal pro Jahr zusammentreten, um über aktuelle Themen zu beraten, Erfahrungen auszutauschen und einschlägige Interessenvertreter zu treffen. Zudem nimmt EuroCommerce am Europäischen Multi-Stakeholder-Forum zu CSR teil, das die Europäische Kommission 2002 ins Leben rief. Der Verband ist ebenfalls ein starker Verfechter des freiwilligen Unternehmensnetzwerkes 'Europäische Allianz für CSR'.
Sozialer Dialog
Nicht zuletzt gehört die soziale Verantwortung der Unternehmen zu den wichtigsten Themen für den sozialen Dialog im Handelssektor. Im November 2003 waren UNI-Europa Handel und EuroCommerce die ersten Sozialpartner, die eine gemeinsame Erklärung zu CSR unterzeichneten. Ferner organisierten sie mit Hilfe der Europäischen Kommission eine äußerst erfolgreiche Konferenz, an der ca. 150 hochrangige Teilnehmer aus Unternehmens- und Gewerkschaftskreisen teilnahmen.
Herausforderungen und Chancen
Engagieren sich die Unternehmen im Handelssektor im Bereich der sozialen Verantwortung, so schafft dies zahlreiche neue Marktpotenziale für sie. Wenn sie beispielsweise umweltfreundliche Produkte anbieten, kommt dies der wachsenden Nachfrage der Verbraucher nach solchen Produkten entgegen. Andererseits führen Energiesparmaßnahmen und ein gesundes Risikomanagement zu Kostensenkungen für die Unternehmen und helfen ihnen, Wettbewerbsvorteile zu erwirtschaften.
Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin ernsthafte Herausforderungen, wie der Klimawandel und der beschränkte Zugang zu Ressourcen, die durch das zunehmend schwierige wirtschaftliche Klima zusätzlich erschwert werden. Die Globalisierung und die Notwendigkeit, international festgelegte Sozial- und Umweltstandards zu erfüllen, setzen eine transparente Managementstruktur in der Lieferkette voraus, die alle Akteure, einschließlich Subunternehmer, mit einbezieht.
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